Samstag, 10. Dezember 2011

Etwas, das mir am Herzen liegt...

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

heute geht es nicht um Kosmetik. Dafür die Tage wieder :) Ich habe immer noch ein paar Dinge und Looks, die ich euch zeigen möchte und auch ein Produkt, dass auf eine Review wartet. Ich arbeite daran :) Aber heute möchte ich dennoch ein Thema ansprechen, das mir am Herzen liegt.

KEINE TIERE UNTER DEM WEIHNACHTSBAUM!


Egal wie süß die Tiere sind -
Ein Tier zu halten bedeutet Verantwortung!
Keine Spontankäufe!

Jedes Jahr wieder kommen Eltern auf die "glorreiche" Idee ihr Kind mit einem Tier am heiligen Abend zu überraschen. Mit einem Tier. Kinder lieben Tiere und jedes Kind liegt seinen Eltern bestimmt in den Ohren, dass es einen Hund will/ eine Katze/ Wellensittiche/ Kaninchen und so weiter. 
Meine Eltern kamen nie auf diese "glorreiche" Idee, aber mein Freund hat mir ein Kaninchen zum Geburtstag geschenkt. Das war okay, weil ich ein großes Außengehege habe und eine Kaninchenbande, die immer wieder Neulinge in ihrer Mitte akzeptiert. Aber  ich suche mir meine Kaninchen oder allgemein meine Tiere gerne selber aus, denn ich muss einen Draht zu dem Tier haben :) Und wer kennt das nicht? Ihr seht Tiere und werdet wohl kaum an alle gleichermaßen euer Herz verschenken, oder? Es gibt immer Favoriten und deshalb sollte man sich seine Tiere immer selbst aussuchen! Oft nehme ich Kaninchen auf, die unter anderen Umständen zu mir kommen z.B. stirbt der Partner und die Leute möchten kein neues Kaninchen dazu kaufen. Das passierte drei Mal und ich habe jedes Mal habe ich die Kaninchen aufgenommen und mit meinen vergesellschaftet. Und auch unter meinen Kaninchen habe ich natürlich meine Lieblinge und das geschenkte Kaninchen gehört nicht dazu. 

Und: Kinder verlieren unglaublich schnell das Interesse an etwas. Erwachsene im übrigen auch. Zum Beispiel, wenn etwas nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Was? Ich muss das Gehege reinigen? Was? Ich muss Tierarztkosten berappen? Was? Das Tier beißt und will nicht gestreichelt werden?


Zum Thema Kaninchen/Meerschweinchen und Co: Leider sind diese Tiere sehr billig und gelten als ideal für Kinder. Nein. Sind sie nicht. Hamster schlafen (in der Regel), wenn Kinder wach sind und Kinder sollten schlafen, wenn der Hamster wach ist. 
Und nicht alle dieser Tiere mögen Kuscheln. Der Name Fluchttier sollte einem den ersten Hinweis geben. 
Und: Tiere machen DRECK. Es gibt Tiere, die haben eine Kotecke. Es gibt aber auch Tiere, die machen da hin, wo sie wollen und das Gehege (Ich weigere mich kleine Käfige als artgerechte Behausung für diese Tiere zu akzeptieren) müssen ständig saubergemacht werden und gerade Eltern sagen gerne zu ihren Kindern, dass das ihre Aufgabe sei. Und meistens ersticken die armen Tiere im Dreck, weil niemand sich verantwortlich fühlt. 
Und auch mit Kleintieren geht man zum Arzt, wenn es ihnen schlecht geht. Viele Menschen scheinen das anders zu sehen, weil so ein Tier ja fast nichts kostet und ein neues Tier billiger wäre. Warum sollte man jetzt so viel Geld ausgeben? Schade :(  
Und noch etwas: KEINE HOBBYZUCHT! Es gibt genug Kaninchen und Co. Meine Rammler sind ALLE kastriert. Sie haben es gut überstanden und leben harmonisch mit ihren Weibchen zusammen. Ich hatte einmal Junge, weil ich eine schwangere Kaninchendame übernahm (ohne es zu wissen). Und ich habe alle Junge behalten. Und unterstützt bitte nicht solche Kinderzimmerzuchten oder Geschäfte, die viel zu junge Tiere verkaufen und in grässlichen Käfigen halten. Im Tierheim gibt es viele liebe Tiere, die auf ein Zuhause warten und besonders bei Kleintieren braucht man keine Bedanken zu haben.
P.S Kaninchen sind KEINE Nager.


Hamster sind die wenigen Tiere, die man alleine hält. Anders als Kaninchen oder Meerschweinchen. Und bitte nicht ein Kaninchen und ein Meerschweinchen. Das sind zwei Arten, die verschiedene Sprachen sprechen... Und nur weil sie sich ertragen, heißt es nicht, dass sie glücklich sind... Das ist der Hamster meiner Schwester. Ihr erster Hamster. Er war handzahm und toll. Ruhe in Frieden :) Die zwei anderen Hamster danach waren beißende Monster... So kann es kommen. Und viele Leute entsorgen diese Tiere dann. Ich bin immer wieder schockiert über Menschen die ihre Tiere in den Müll werfen, wie eine Pizza die nicht schmeckt :(

Zum Thema Hund: Hunde gehören noch weniger unter den Weihnachtsbaum. Denn Hunde leben in der Regel länger als z.B. Hamster und Hunde müssen im Gegensatz zu Hamstern und so weiter erzogen werden (z.B: Grundgehorsam, Leinenführigkeit, Stubenreinheit) . Das heißt: Training. Sie müssen auch ausgelastet werden. Anders als mit einem Hamster oder einem Kaninchen muss man mit dem Hund Gassi gehen, mit ihm spielen und ihn auch geistig fördern. Und bitte... Mit Kaninchen geht man NICHT Gassi...

Und seien wir ehrlich? Wer will bei Schnee, Eis, Wind und Wettern mit dem Welpen alle 2 Stunden (oder öfter) raus? Vor allem: Ihr müsst SOFORT raus. Nicht erst Jacke an, Stiefel an, Handschuhe an und so weiter. Wir hatten Odin im Sommer bekommen und da war es okay, aber der Gedanke im Winter alle 2 Stunden raus zu müssen, ist schrecklich... Jetzt hat Odin seine Blase besser unter Kontrolle. Zudem ist man im Sommer lieber draußen und das ist ideal für die Sozialisation des Welpen. 

Und Welpenerziehung ist hart. Je nach Hund. Ich hatte Glück, aber seht hier die typischen Dinge. Neben der Stubenreinheit muss der Hund die Beißhemmung erlernen. Hunde beißen zu und schauen, was passiert. Das ist vielleicht süß so lange sie kleine Zähne haben, aber früher oder später sind die Zähne nicht mehr klein, sondern groß und dann tut es weh. Also muss der Welpe schnell lernen, dass er Menschen nicht zu beißen hat. Odin brauchte sehr lange, bis ihm dies klar wurde.
Und Hunde knabbern an allem rum. Odin weniger, aber andere Hunde mehr. Besonders gerne an Schuhen. Wer seine Schuhe liebt, der schafft sie außerhalb der Reichweite seines Welpen und gibt ihm anderes, an dem er kaufen kann. Denn Welpen müssen kauen z.B. wegen dem Zahnwechsel. Und niemand will den Welpen am Schuh oder Tischbein hängen haben. Und er soll sicher auch keine Bücher aus dem Regal ziehen und zerfetzen. 
Welpenerziehung ist ein 24 Stunden Job.


Hunde klauen zudem. Nichts ist sicher vor ihnen. Leute, die viel schöne Dinge auf dem Tisch oder auf dem Boden haben, werden keine Freude an einem aktiven Welpen haben. Einmal aus den Augen gelassen und er räumt euch offene Schränke aus, zieht euch Tischdecken vom Tisch oder schmeißt Vasen und Lampen um. Auch hier hatte ich mit Odin Glück, aber es muss nicht so sein. Es gibt Hunde, die ihren Besitzern graue Haare bescheren.


Und sowieso müssen viele grundlegende Fragen geklärt werden und die Familie muss sich einig sein. Jeder muss den Hund wollen und jeder erzieht den Hund mit. Ob er will oder nicht. Alles was die Familie tut hat Einfluss auf den Welpen! Einer muss aber die Hauptbezugsperson sein und das kann niemals das Kind sein. Nein. Das geht vielleicht in 1 von 1000 Fällen. Aber viele Hunde nehmen Kinder nicht ernst. Sie orientieren sich lieber an Erwachsenen. Die Eltern müssen den Hund erziehen und ein 5-jähriges Kind kann auf gar keinen Fall mit einem Hund Gassi gehen. Egal ob Welpe, Junghund oder erwachsener Hund. Das ist gefährlich, für beide! Der Hund zieht, Kind und Hund landen auf der Straße, Auto kommt. Viele Eltern sind sich dessen nicht bewusst. Es wird IMMER der Hund der Erwachsenen sein. Ein Kind kann das Tier nicht zum Tierarzt fahren oder Tierarztrechnungen zahlen...



Und Hunde sind teuer.Versicherung, Hundesteuer der Gemeinde, Futterkosten, Kosten für Hundeschule oder den Verein, Kosten für den Tierarzt (Da wird man schnell mehrere hundert Euro los, allein für die Grundimmunisierung). Und wenn der Hund richtig krank wird, dann wird es auch richtig teuer. Ich musste einmal fast 400 Euro für ein paar Unterschungen bezahlen und eine Nacht in der Tierklinik.

Sowieso stellt sich die Fragen: 
Woher soll der Hund kommen? 
Welcher Hund soll es sein. 
Bitte denkt darüber genau nach. Holt euch bitte keinen Hund, der nicht zu euch passt. Eine Mutter mit drei Kindern braucht sicher keinen Border Collie. Und wer braucht einen Jagdhund? Wenn ihr kein Jäger seid, dann braucht ihr keinen Jagdhund! Es gibt gewisse Rassen, die sind schwerer zu erziehen, weil sie so selbstständig sind wie z.B. Huskys oder der Mops. Es gibt auch Rassen, die viel Auslastung brauchen und für einen Stubenhocker sind diese Hunde nichts. Und es gibt Hunde, die brauchen Hundesport um voll ausgelastet zu sein. Nicht jeder Hund passt  zu jeder Person.
Und woher soll der Hund kommen? Bitte KEINE Mitleidskäufe. Damit tut ihr euch keinen Gefallen. Ich weiß, dass es einem das Herz zerreißt... Aber unterstützt diese "Hundemafia" nicht. Bitte! Ihr rettet einen Hund und die Leute verdienen und machen weiter. Das ist ein Faß ohne Boden... :( Und unterstützt auch keine Zufallswürfe von Nachbarn oder anderen Personen. Wenn ihr Pech habt, dann habt ihr ein schlecht sozialisiertes Tier, dass krank ist. HD z.B. muss durch kontrollierte Zucht eingedämmt werden. 

(Gute) Züchter wählen die Elterntiere sehr sorgfälltig aus. Achten auf Gesundheit und Wesen. Sie sozialisieren die Tiere optimal. Lassen sie vieles kennen lernen wie Auto fahren oder Kinder... Hunde, die in dieser wichtigen Phase nichts kennen lernen sind leider später oft ängstlich oder gar agressiv und ihr werdet viele Probleme bekommen und Dauergast beim Hundetrainer oder Verhaltenstrainer... Und wollt ihr das wirklich?

Auf dem Foto seht ihr Odin mit seinem kleinen Freund. Solche Hunde kommen oft in Miniwelpengruppen, wo kleine Rassen vertreten sind. Ich finde aber, dass auch kleine Hunde die Chance erhalten sollten mit größeren Hunden in Kontakt zu treten. Hier seht ihr wie der Hund sich an sein Frauchen drängt. Achtet auf den Schwanz, die steife Körperhaltung. Odin dagegen sind locker und fröhlich. Der Welpe ließ sich beschnuppern, aber entspannte sich nicht... 
In unserer Hundegruppe ist z.B. eine Hündin, die ihren Besitzern mehr Kummer als Freude bereitet. Die müssen viel mit ihr arbeiten und es wird kaum besser. Sie ist ängstlich, beißt andere Hunde sehr oft aus Angst (auch Odin), sie bellt viel, geht andere Hunde und Autos/Pferde ect. an, springt an der Leine wie ein Flummi und so weiter... Und sie zeigt starkes Hüteverhalten. 
Ich bewundere das Durchhaltevermögen der Besitzerin. Die Hundertrainerin riet ihr im Vorfeld von dem Hund und auch der Rasse bzw. dem Rassemix ab. Und auch wenn es weh tut... Manchmal ist es besser auf die Hundertrainerin zu hören.
Natürlich gibt es immer schwarze Schafe unter den Züchtern. Deshalb schaut euch alles an. Lasst euch das Muttertier zeigen. Lernt das Muttertier kennen. Der Vater ist oft ein Deckrüde von jemand anderem. Und wenn die Mutter bereits ängstlich ist, dann werden ihre Welpen vermutlich ein ähnliches Wesen entwickeln, weil sie von ihrer Mutter viel lernen. Lernt den Welpen kennen. Und überlegt euch gut, was ihr wollt. Einen ruhiges Hund? Einen klugen Hund? Einen ansprungslosen Hund? Seid ehrlich zu euch selbst... Was passt zu euch? Kein Wunschdenken. 

Selbiges gilt für Katzen oder andere Tiere. Katzen müssen zwar nicht erzogen werden wie Hunde, aber auch sie müssen Stubenrein werden. Dann muss man sich entscheiden: Hauskatze oder Freigänger. Und Freigänger leben gefährlich, sind aber meistens glücklicher... Im Tierheim gibt es viele wundervolle Katzen :) Und ihr wisst immer, was ihr bekommt, wenn ihr ein älteres Tier aufnehmt. Ihr kennt den Charakter und so weiter. Viele Menschen wollen eine Katze zum Kuscheln, aber nicht jede Katze mag dies. Hier wisst ihr, was auf euch zu kommt. Es gibt keine Enttäuschungen.

Aber denkt daran: KEINE TIERE UNTER DEM WEIHNACHTBAUM!

Es gibt bessere Zeiten ein Tier zu kaufen.
Zudem ist die Weihnachtszeit sowieso stressig genug.

Auf den Fotos seht ihr meine Tiere. Auch verstorbene. 
Die schwarzen Welpen sind Tierheimwelpen gewesen und ich sage euch: Davon hätte ich keinen mitgenommen. Sie waren so ganz anders als Odin und seine Geschwister. Viel zu wild. Sie haben einem alles zerkratzt. Egal ob Rücken, Beine oder sonst etwas. Sie sind auf einen losgestürmt und bissen in alles, was nicht sicher vor ihnen war... Alle fanden ein schönes Zuhause. Und ich sage nicht, dass alle Welpen im Tierheim so sind. Ich habe auch ganz freundliche, ruhige Welpen dort erlebt. Hunde haben eben auch Charakter :)
Ich liebte aber die Mutter der Welpen und hätte sie keine TODESAngst vor Treppen gehabt, dann hätte ich sie für immer behalten... Leider konnte auch sehr langes Training nicht helfen :( Vermutlich wurde sie vom alten Besitzer eine Treppe runtergeschmissen oder fiel beim alten Besitzer herunter... Gott sei Dank fand sie ein schönes Zuhause :) Sie war taub, aber wunderbar. Sichtzeichen lernte sie schnell. Aber sie war keine leichte Hündin. Sie mochte nicht jeden. Aber mich liebte sie und ich liebte sie. Und ich werde sie nie vergessen.

Ein Tier ist eine Entscheidung für's Leben!


Kommentare:

  1. sehr schöner und wichtiger Text!

    Mein Freund und ich beschäftigen uns schon seit Monaten (!!!) damit aus welcher Zucht unser gemeinsamer Hund kommen soll.

    Liebe Grüße

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  2. @ania: Danke :) Oh, dann wünsche ich euch viel Spaß mit dem gemeinsamen Hund :) Ja, wir haben auch sehr, sehr lange überlegt. Erst welche Rasse und dann welcher Züchter. Es war ein langer Prozess :)

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